top of page

GEFÜHLS

DSCHUNGEL

Auswahl_

2022 - 2024

Die Serie Gefühlsdschungel nimmt Bezug auf den Begriff als einen Zustand emotionaler Überforderung und innerer Unübersichtlichkeit beschreibt. Während die Psychologie – etwa im Kontext der kognitiven Verhaltenstherapie nach Harlich H. Stavemann – Wege aufzeigt, emotionale Muster zu erkennen und Orientierung zu finden, eröffnet diese Werkserie einen anderen Zugang: den der Malerei. Der künstlerische Prozess wird zum Erfahrungsraum, in dem Emotionen sichtbar werden und sich Resilienz als fortwährender Prozess entfalten kann.

 

In einem intensiven Arbeitsprozess entstehen vielschichtige Bildräume. Transparente Lasuren treffen auf pastose Farbaufträge, Spuren werden freigelegt, übermalt und neu verdichtet. Die Malerei erfolgt unter vollem Körpereinsatz; häufig wird die Farbe unmittelbar mit den Händen auf die Leinwand gebracht. Durch das bewusste Abtragen und erneute Überlagern des Materials wird die Leinwand zum Schauplatz einer fortwährenden Identitätsbildung. Gefühle lagern sich wie Hautschichten übereinander. Vergangenes verschwindet nicht, sondern bleibt unter der Oberfläche präsent und schimmert durch das Neue hindurch. Verletzungen der Bildoberfläche sind kein Makel, sondern eröffnen den Blick auf verborgene Farbräume – als Sinnbild für die Widerstandskraft und Tiefe menschlicher Erfahrungen.

Der Begriff „Gefühlsdschungel“ wird unter anderem im Buch „Im Gefühlsdschungel: Emotionale Krisen verstehen und bewältigen“ von Harlich H. Stavemann aufgegriffen (Beltz Verlagsgruppe, Psychologie Verlagsunion).

(c)

Janet Mueller

2026

bottom of page